Der Bau

von 01 Okt 2020Ausbildungszentrum, Bauen

2020 1.Okt

Es ist so toll, wie schnell die Arbeiten in Kashusha voran gehen. Am liebsten wären wir jeden Tag dort. Ein Kongolese fragte uns, ob wir die Arbeiter extra bezahlen, oder warum es so schnell voran geht. Aber es liegt eher daran, dass sie ein besseres Gehalt bekommen und im Preis inbegriffen ist eine warme Mahlzeit pro Tag, die normalerweise von den Männern selbst oder dem Wachmann (der von Anfang an dort wohnt) über Feuer gekocht wird. 

Ja, wir müssen “günstig” bauen, da es alles auf Spendengeldern beruht, aber wir wollen niemanden ausnutzen. 1$ / Tag bei dieser harten Arbeit, unter diesen Bedingungen…. Das wäre Ausnutzung, ist aber normal hier. Bei uns bezahlt das Team, das engagiert wurde, um den Bau zu leiten (hier ist das der Architekt und die Handwerker, die er aussucht – in unserem Fall Männer aus Kashusha).

Sie graben 3m tief in die schwere Erde (wie bei uns Muttererde, 15m), kein Sand in Sicht. Wenn es regnet müssen sie ne Pause machen, da die Erde noch schwerer ist. Ich habe es versucht ein paar Minuten zu schaufeln – als Kind und Jugendliche hab ich das viel gemacht (in Deutschland… Sand…Beton…) aber hier?? Ich hab mich schlapp gelacht über mich – und die Männer mit mir.

Sie biegen die Metallstangen für die Armierung per hand mit einem selbst angefertigten Arbeitsgerät und auf einer selbstgebauten und genagelten Stange – sehr kreativ und hilfreich – aber was ne Kraft man braucht…. Ich hab ein Viereck gebogen. Auch hier haben sich die Männer und auch ich kaputt gelacht.

Sie bekommen die Klinker Steine von einem LKW mit Abladefunktion auf einen Haufen geschüttet und füllen diese dann in einen leeren Zementsack, tragen sie dann zu dem, der mauert. Diese Steinesäcke hab ich auch mal getragen… mehr als einen wollte ich davon nicht ständig auf den Schultern rum tragen 🙂

Sie haben eine “Schubkarre”, aber die hat auch schon mal bessere Tage gesehen. Sie steht an einer Stelle und die Männer holen Beton in halb durchgeschnittenen Kanistern auf den Schultern von der Stelle, wo er auf dem Boden angezischt wird und schütten ihn in die Schubkarre, die neben den Maurern steht.

Die Wände wachsen. 

Gestern haben wir über Farben der Außenwände und die Art der Fenster diskutiert. Denn diese Klinker sind einfach nur schön und es soll nicht alles geweißelt werden. Soll das Schutzgitter aussen oder innen angebracht werden? Wie viele cm sollen die Gitterstäbe voneinander entfernt sein?? Ich weiss es nicht zu entscheiden, das ist eine Sache der Sicherheit, aber in mir drin wühlt alles, denn wenn man zu viele Gitterstäbe macht, ist es vielleicht sicherer, aber es kommt auch viel weniger Licht hinein. Und ne sichere Stromversorgung haben wir noch nicht.
Und Nähen ohne Licht?? 
Mir fällt es schwer in diesen Häusern hier zu sein, die zwar sicher sind und auch vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt sind, aber einfach auch kalt und dunkel sind.

Naja, ich verlass mich auf die Expertise des Supervisors und Architekten.
Wie schön wäre es hier zu sein, wenn alles fertig gestellt wird.
Aber das ist eine Frage des Geldes und Zeit, da wir ja bald wieder nach Deutschland reisen werden.

Schaut euch den Bauprozess unter GALERIE – INSTAGRAM an (ohne dass ihr einen Instagram Account braucht!!!!).

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