2020 25.Sept

Heute ist ein Tag, auf den wir jährlich hin fiebern, denn damit hat unser Projekt begonnen: Bildung ermöglich. Schulausbildung ermöglichen für Kinder und Jugendliche, die keine Chance darauf hätten. Die meisten Menschen leben unter der Armutsgrenze. Die Familien sind sehr groß und jeder muss mit anpacken, dass man abends – ein Mal pro Tag – was zu Essen auf dem Tisch hat (den sie meistens gar nicht haben). Die Kinder müssen auf der Strasse pfennigweise verkaufen, die Frauen schleppen schwere Lasten oder arbeiten hart auf den Feldern um dann ca. 1$/Tag zu verdienen – und davon die Schulgebühren und Pflicht-Uniform bezahlen? Geht nicht.

Wir konnten durch deutsche Paten nun schon 61 Kindern ermöglichen, in die Schule zu gehen. Und sie gehen!!! Wir konnten uns mehrfach mit den Kids und Eltern treffen, um ihnen die Wichtigkeit erklären! Wir haben einige Kriterien, warum wir einem Kind helfen. Z.B. wollen wir “nur” ein Kind/Familie unterstützen (Ausnahmen gibt es immer), wenn dieses Kind fertig ist und verdienen kann, wird es einen Geschwisterkindern finanziell helfen können. So hat es schon oft geklappt und auf diesem Vorbild bauen wir auf.

Einige Kinder waren monatelang im Krankenhaus – wie soll bei obiger Beschreibung eine Mutter die Therapiekosten bezahlen können? Und wir konnten dies durch Spenden übernehmen, damit das Kind dann weiter in die Schule gehen kann. Es gibt unzählige Geschichten – und nun sehen wir diese Kinder das Dritte Mal (ausser denen, die ich schon als Patienten versorgt hatte). Ich liebe es, ihnen in die Augen zu schauen, sie langsam aber sicher zum Lachen zu bringen. 

Ein reicherer Kongolese sagte: im Vergleich zu meinen Kindern haben diese ein sehr verschlossenes Gesicht, ja, sie haben im Leben nichts zu lachen. Es dauert, bis eine solche Person Vertrauen aufgebaut und Skepsis abgebaut hat, um dann ein Lächeln hervorzubringen. Und das sehen wir nun. 

Mehrere Mütter standen auf und gaben im Namen aller ihren Dank weiter. Sie würden uns so gerne was schenken. Wir wollen nichts zurück haben und so erzählte Patrick: Sammelt nichts für uns, aber wenn ihr was habt, gebt es eurem Nachbar, der noch weniger hat als ihr.

Eine Frau stand auf und erzählte, wie durch die Covid-19-Pandemie alle Märkte und Felder geschlossen waren, sie kein Einkommen mehr hatte und die wenigen Vorräte leer wurden. Es kam zu dem Abend, an dem ihre Familie kein Abendessen mehr hatte (hier isst man nun 1x/Tag abends). Kinder weinen zu hören vor Hunger ist etwas Schlimmes – und in dem Moment wurde sie angerufen: JeremieProjectCongo hat Nahrungsmittel-Pakete bereitgestellt (s. Blog vom 28.04.2020)

Versucht euch die Freude vorzustellen. Ich könnte heulen heute. Ein Mädchen meinte: ich bin in der SecondarySchool (was nicht stimmte), es gab ein wenig ein Durcheinander, denn die Uniformen unterscheiden sich von denen der PrimarySchool und sie hatte dann eine Falsche. Ich kannte sie und wusste, sie war letztes Jahr sitzen geblieben. Warum vertuschte sie dies? Die Mutter erzählte uns später: sie ist viel älter als Klassenkameradinnen (sie ist ca 3 Jahre hinten dran, da sie auch wegen des Geldes nicht jedes Jahr zur Schule konnte). Und so kommt sie schon in die Pubertät und wird daher gemobbt. Ihr Ausweg: überall zu erzählen, dass sie in einer höheren Klasse ist. Eifersucht, Mobbing, Auslachen…. Alles ist hier an der Tagesordnung. Ich habe es an anderer Stelle noch mitbekommen. Man möchte die Kinder einfach in den Arm nehmen…..

Und im Vergleich zu letztem Jahr: diejenigen die uns geholfen haben, alle Spenden zu tragen (war richtig viel) haben NICHT nach Geld gefragt (was hier Usus ist, auf der Strasse verdienen sich viele Tagelöhner Cent-weise Geld als Träger) / es kamen keine skeptischen Fragen, die Familien haben nun Vertrauen, dass wir ihnen helfen wollen, dass sie nun ihren Beitrag leisten und in die Schule gehen müssen / und: sie haben getanzt, eigens komponierte Lieder der Dankbarkeit gesungen und gelacht – teilweise sogar ohne Aufforderung.

Es war richtig anstrengend heute und….. in Patricks Worten: der beste Tag im JeremieProjectCongo-Jahr – denn hier sehen wir Fortschritte, wir sehen, dass Hilfe ankommt und dass Bildung ermöglicht werden kann.

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